Evaluation von DOMINO im XENOS-Programm

Das Projekt DOMINO wurde von Beginn an auf den folgenden Ebenen evaluiert:

• Leitfadengesteuerte Interviews mit den Mitarbeitern über die eigene Zielstellung und persönlichen Erwartungen an das Projekt
• Standardisierte Fragebögen zu den internationalen Workshops
• Leitfadengesteuerte Interviews mit den Multiplikatoren über den Einfluss der Methodenanwendung auf das eigene berufliche Handeln und das Praxisfeld

Von nahezu allen TeilnehmerInnen werden Möglichkeiten der konkreten Anwendung der Workshopergebnisse im eigenen beruflichen Alltag gesehen. Durchgehend Zustimmung findet zudem die Forderung, dass theaterpädagogische Methoden stärkere Berücksichtigung im schulischen Unterricht finden sollten. Dreiviertel der Befragten sind der Ansicht, dass theaterpädagogische Methoden Formen der Selbstdarstellung und des Selbstverstehens fördern und geeignet sind, Lebens- und Problemsituationen der Zielgruppen besser kennen zu lernen, zu analysieren und neue Perspektiven zu eröffnen. Darüber hinaus lassen sich drei Schwerpunktsetzungen unterscheiden:

1. Individuelles Lernen in Bezug auf neue Ideen, Anregungen, Perspektiven, Impulse, Erfahrungen und Methoden
2. Zielgruppen- oder tätigkeitsorientierte praktische Übungen für Schüler, für den Unterricht, für die Jugendarbeit sowie methodische Anregungen und Kompetenzvermittlung in der Workshopanleitung und methodisch-didaktischen Aufbereitung.
3. Situationenbezogene Methoden zur Lösung, Bewältigung und Prävention in und nach Konflikt- und Gewaltsituationen.

Die Interviews mit MultiplikatorInnen aus allen Qualifizierungsphasen über einen Zeitraum von zwei Jahren zeigen, dass die TeilnehmerInnen durch die von DOMINO entwickelten Methoden des Theaterdialogs sowohl berufliche als auch persönliche Veränderungen feststellen: eine gewisse ‚Lockerheit’, gewachsenes Selbstbewusstsein innerhalb der eigenen beruflichen und privaten Strukturen, verbesserte Selbstwahrnehmung und bewusstere Grenzsetzung. Insgesamt ist die Bereitschaft gewachsen, sich auf Neues einzulassen, Führung auch mal abzugeben und kooperatives Lernen zu fördern, d.h. auch selbst zum Teil der Gruppe zu werden. Ziel vieler TeilnehmerInnen ist es, sich einen individuellen Methodenpool anzulegen und Teile daraus fallbezogen angepasst in die Zielgruppenarbeit zu integrieren.

Prof. Bettina Brandi (FH Merseburg, Lehrgebiet: Theater- und Medienpädagogik)
Jeanette Drygalla (Fokus e.V.)